Auflösungserscheinungen

In meiner alten Abteilung fällt gerade alles in Scherben.

Inzwischen haben noch vier weitere Leute gekündigt, und der gerade erst frisch beförderte Abteilungsleiter ist diese Woche in die Klapsmühle eingerückt. Burn-Out. Der arme Kerl. Die Spätfolgen des Mobbingregimes seines Vorgängers auszubaden hat ihn schlichtweg aus den Socken gehauen.

Besagter Vorgänger ist Ende letzten Jahres auf der Karriereleiter eine dicke Stufe weiter- und damit aus der Abteilung hinausbefördert worden. Derselbe Mensch, der mich grundlos fast ein halbes Jahr in der alten Abteilung festgehalten hatte (es ist bis heute noch kein Nachfolger für mich eingestellt!), der anschliessend nochmal genau dasselbe mit einer anderen Kollegin machte, die intern wechseln wollte und deren Wechsel deswegen beinahe geplatzt wäre - dieser Mensch also verliess nicht nur von heute auf morgen seinen alten Posten, sondern nahm sogar noch eine weitere Mitarbeiterin mit.

So segensreich es auch war, dass dieser Schikanierer endlich weiterzog, so ungünstig war halt leider der Zeitpunkt. Wenn er auch nur einen Funken Anstand im Leib gehabt hätte, wäre er wenigstes noch so lange geblieben, bis man die schlimmsten Löcher gestopft und die Arbeit irgendwie halbwegs verträglich umverteilt hätte. Aber nein, er schmiss einfach alles seinem Nachfolger hin und überliess es diesem, die Arbeit von insgesamt sieben abgewanderten Leuten auf die verbleibenden elf zu verteilen. Die natürlich einen Riesenhass haben, weil sie nur noch am rotieren sind und trotzdem immer noch mehr aufgehalst bekommen.

Kein Wunder dass er (also der neue Abteilungsleiter) zu Boden gegangen ist.

Von besagten verbleibenden elf Leuten wird eine am Jahresende in Frührente gehen, von drei anderen weiss ich, dass sie lieber heute als morgen gehen würden und dies auch früher oder später tun werden. Also nochmal vier weniger.

Etwas derartiges habe ich überhaupt noch nie erlebt. Dass man eine komplette Abteilung so dermassen demotivieren, demütigen, rausmobben kann. Unglaublich.

Man sollte ja eigentlich meinen, dass sowas "oben" in irgendeiner Weise auffällt und vielleicht mal einer nachfragt, was zum Geier denn da los ist. Aber dem ist nicht so. Ich könnte mir ohne weiteres vorstellen, dass die Sache so hingedreht wird, dass am Ende die ganze Schuld am neuen Abteilungsleiter, dem armen Schwein, hängenbleibt. Bester Beweis für seine Unfähigkeit ist schliesslich die Tatsache, dass er zusammengebrochen ist. So einer ist nicht belastbar und somit unfähig. Ende der Geschichte.

Ich bin nicht nur heilfroh, dass ich da weg bin, sondern vor allem auch, dass ich die erste war. Zum jetzigen Zeitpunkt dürfte ein interner Wechsel so gut wie gar nicht mehr möglich sein.

Das hätte ich auch nicht geahnt, dass nach mir eine solche Lawine abgehen würde. Ich habe ja lange geglaubt, dass nur ich mich nicht wohlfühle, dass es mein persönliches Problem sei, dass ich womöglich zu doof, zu empfindlich oder zu wenig belastbar sei. Aber es ging ja allen so. Ich wusste das nur nicht. Hatte keine Ahnung, dass Kollegin A jeden Morgen kotzen muss, bevor sie in die Arbeit fährt. Dass Kollege B sich wegen Depressionen in ärztliche Behandlung begeben musste.

Nein, was bin ich froh, dass ich da weg bin und an dem Ganzen nur als Beobachter bzw. Zuhörer beteiligt bin!!!
Freitag, 15. Februar 2008, 21:01, von ava | |comment

 
Puh...
... da scheint ja schiefgegangen zu sein, was überhaupt nur schiefgehen konnte. Ich frage mich immer, was eigentlich in Chefs vorgeht, die so mit ihren Mitarbeitern umspringen. Ist es die Machtgier? Sadismus? Neurosen? Und als Kollege steht man da und kann noch nicht mal wirklich helfen. Eigentlich gehört doch nicht der neue, sondern der alte Abteilungsleiter in die Klapse, wenn man mal ehrlich ist?

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"Schiefgegangen"
kann man das eigentlich gar nicht direkt nennen. Die Misere ist ja mehrere Jahre lang hausgemacht worden. Es war völlig klar, dass die Leute sich das irgendwann nicht mehr bieten lassen würden und gehen würden. Dass es so dramatisch werden würde, hätte allerdings wohl keiner gedacht. Umso schlimmer, dass der Geschäftsleitung das grad scheissegal zu sein scheint. Zumal der Typ, bevor er unser Chef wurde, schon eine andere Abteilung geleitet und da auch schon reihenweise fähige Leute rausgeekelt hat. Es ist einfach unbegreiflich.

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Die Frage ist, ob man so locker weiter in einem Unternehmen arbeiten kann, in dem die Leitung solche Zustände ungerührt lässt. Aber das scheint nicht unüblich in der Branche zu sein.

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Huhu!
Alles OK?
Gehts hier irgendwann mal wieder weiter? :)

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würde ich auch gern mal wissen!!!

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Wieder ein Jahr rum seit dem letzten Kommantar und weiter ohne Eintrag, schade.

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Fast zwei Jahre ohne neuen Eintrag. Schade.

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JA, wirklich jammerschade. Habe hier auch immer gerne gelesen

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